Montag, 29. September 2008
Das Rezipierende Moment der Postmoderne
Ein Schlüsselwort zur Erkenntnisfindung und zum Verständnis der Postmoderne als Strömung oder Denkmodell ist die Eigenschaft des Rezipierens von Vorhandenem, in dem Sinne , dass es nicht bloß dem Wortsinne nach >>aufgenommen<< wird, sondern dass Postmoderne nur verständlich ist wenn man sie als Beschäftigung mit Da-Seiendem begreift. Nicht als kontinuierliche Entwicklung und Kulmination in einem Punkt (was ja gerade Kunstverständnis der Moderne bedeutete) sondern als konsumierend-interpretatorische Rückschau. So ist Kultur der Postmoderne nicht aus sich selbst geboren, d.h aus sich erwachsen und erklärbar, sondern stattet den Künstler gleichsam mit der Aufgabe aus, sich seines Platzes, den er im Spannugsfeld zwischen sich und der Vergangenheit einnimmt, bewusst zu werden. In diesem Faktum liegt gerade Segen und Fluch jedweder Kunst nach 4'33'' und Negation von Schöpferidentität. Einerseits ermöglicht das rezipierende Moment Rückschau und Selbsteinordnung in den Kontext des eigenen Kunstverständnisses und somit Erschließung einer Kunst-über-Kunst, die befreiend wirken kann und unglaubliche Freiheit dort vermittelt, wo Freihet längst als Überreizung empfunden wird, andererseits entwickelt sich eine Abhängigkeit von Geistiger Vergangenheit.

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